Südkoreanische Staatsanwälte haben Lee Jung-hoon – den ehemaligen Vorsitzenden von Bithumb Holdings, der Muttergesellschaft von Bithumb Korea, die die Krypto-Börse Bithumb betreibt – wegen Betrugs angeklagt.
Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Seoul Central klagte Lee am Dienstag an, nahm ihn jedoch nicht in Gewahrsam.
Laut einem von den Staatsanwälten veröffentlichten Untersuchungsbericht soll Lee Kim Byung Gun, dem Vorsitzenden der BK Group und Gründer einer Kette von Schönheitschirurgie-Kliniken, im Rahmen eines Geschäfts zur Verhandlung von Kims Übernahme von Bithumb Holdings 100 Millionen Dollar betrogen haben.
Lee konnte für das BXA-Projekt 8 Milliarden Won (7 Millionen Dollar) von mehr als 50 Investoren einwerben. Er verkaufte außerdem vorab BXA-Token im Wert von rund 30 Milliarden Won (26,4 Millionen Dollar) mit dem Versprechen, dass die Token auf Bithumb gelistet würden. Diese Investoren verklagten daraufhin sowohl Lee als auch Kim im März 2020 wegen Betrugs, aber die Anklage gegen Kim wurde inzwischen fallen gelassen.
Käufer der vorab verkauften BXA-Token reichten im April eine eigene Klage gegen Lee und Kim ein, aber auch in diesem Fall wurde die Anklage gegen Kim fallen gelassen.
Die Polizeiermittler haben festgestellt, dass auch Kim ein Opfer des von Lee begangenen Betrugs ist.
Die Staatsanwälte haben erklärt, dass sie sich entschieden haben, Lee nicht in Gewahrsam zu nehmen, weil er „kooperativ in allen Ermittlungen“ gewesen sei und 70 % der genannten 100 Millionen Dollar an den Staat abgetreten habe.