BitBox hat ein Firmware-Update veröffentlicht, um zwei schwerwiegende Sicherheitslücken zu beheben, die Benutzer von Hardware-Wallets möglicherweise gefährdet hätten, indem sie bösartige Firmware oder den Verlust von Bitcoin ermöglichten. Die erste Sicherheitslücke betraf eine Speicherkorruption, die unkonfigurierte Multi-Editionen des BitBox02 und BitBox02 Nova betraf, während eine zweite Schwachstelle die Implementierung von Silent Payments des Wallet-Herstellers betraf.
Laut BitBox könnte ein bösartiger Host, der mit einem betroffenen Wallet verbunden ist, die Speicherkorruption ausnutzen, um beliebigen Code auszuführen, bevor das Gerät mit einem Wallet konfiguriert wurde. Eine erfolgreiche Ausnutzung könnte es dem Host möglicherweise ermöglichen, bösartige Firmware zu installieren, wodurch ein Weg geschaffen würde, auf dem Gelder später kompromittiert werden könnten.
Das Unternehmen teilte mit, dass es keine Beweise dafür gefunden habe, dass eine der Sicherheitslücken ausgenutzt wurde, und keine Berichte von Benutzern erhalten habe, die aufgrund der Schwachstellen Gelder verloren haben.
Details zur Sicherheitslücke
Die Exposition war auf Multi-Editionen des BitBox02 und BitBox02 Nova beschränkt, die noch nicht eingerichtet worden waren. BitBox klassifizierte die Sicherheitslücke als schwerwiegend, da die Ausführung von beliebigem Code die Schutzmechanismen untergraben könnte, die dazu dienen, unbefugte Software auf dem Hardware-Wallet zu verhindern.
Die zweite Sicherheitslücke betraf Silent Payments, eine Bitcoin-Privatsphärenfunktion, die es Benutzern ermöglicht, Zahlungen zu empfangen, ohne für jede Transaktion eine neue Adresse zu veröffentlichen. Ein bösartiger Host könnte die Implementierung ausnutzen, um Bitcoin an eine ungewollte Adresse zu binden.
Aktuelle Sicherheitsprobleme
Ähnliche Hardware- und Firmware-Schwachstellen sind in den letzten Monaten bei anderen Wallet-Herstellern aufgetaucht. Im Juni wurde eine Schwachstelle im TROPIC01 Secure Element entdeckt, das von Trezor Safe 7-Geräten verwendet wird. Ein weiterer Hardware-Angriff, der im Juli offengelegt wurde, ermöglichte es Forschern, das Passwort auf einer Tangem-Wallet-Karte mithilfe eines gezielten Laserpulses gegen das Secure Element zurückzusetzen.
Das Update von BitBox folgt der Offenlegung einer separaten Coldcard-Firmware-Schwachstelle, die mit dem Diebstahl von mehr als 112 Millionen Dollar in Bitcoin in Verbindung gebracht wird, nachdem die Schwachstelle über fünf Jahre unentdeckt geblieben war.
